Die Fähigkeit allein zu spielen, beherrschen schon Babys, sie können diese aber verlieren, wenn sie nicht entsprechend gefördert wird. Viele Eltern meinen es aber auch zu gut und beschäftigen sich jede frei Minute mit dem Kind, wobei es die Fähigkeit allein zu spielen ebenfalls verlernt. Wenn Eltern ihr Kind mal alleine sitzen lassen, damit es sich eine Beschäftigung sucht, brauchen sie im Grunde auch kein schlechtes Gewissen zu haben.

Ab einem Alter von drei bis vier Monaten sollte die eigenständige Beschäftigung der Kinder gefördert werden. Dabei kann die Einhaltung folgender Regeln von Vorteil sein und den Prozess unterstützen.

Das Kind einfach machen lasen

Ein Kind das sich alleine beschäftigt sollte in keinem Fall unterbrochen werden. Das gilt nicht nur für Kleinkinder sondern auch für Säuglinge. In den meisten Fällen liegen diese nach dem Aufwachen einfach nur da, versuchen mit den Händen zu greifen oder brabbeln leise vor sich hin. Hier beginnt die eigenständige Beschäftigung. Diesen Prozess sofort zu unterbrechen könnte die Entwicklung behindern.

Für Spannung sorgen

Bunte Rasseln, leise Glöckchen oder Kuscheltiere können den Entwicklungsprozess dagegen verstärken. Diese sollten dem Kind natürlich jederzeit frei zur Verfügung stehen. Dafür kann das Baby zum Beispiel auf eine Decke oder Krabbelunterlage gelegt werden und die Gegenstände in greifbare Nähe gelegt werden. Danach sind die Fähigkeiten des Kindes gefragt, die interessanten Gegenstände selbstständig zu erreichen. Auch wenn es zu Beginn etwas länger dauern kann, sollte dem Kind nicht sofort geholfen werden.

 

 

Den Raum verlassen

Babys und Kinder spüren die Anwesenheit der Eltern im Raum und können davon abgelenkt werden. Dabei reicht es vollkommen aus, wenn das Zimmer nur für kurze Zeit verlassen wird. Die Abwesenheitszeiten können schrittweise verlängert werden. So lernt das Kind, dass es nicht immer die volle Aufmerksamkeit bekommt und auch für kurze Zeiten mal auf sich alleine gestellt wird. Eltern sollten sich bei den ersten Versuchen auch nicht vom Quengeln der Kleinen beirren lassen.

Besondere Spielzeiten einrichten

Natürlich sollte das Kind nicht den ganzen Tag alleine spielen. So bietet es sich zum Beispiel an, dass pro Tag eine Spielstunde zusammen und eine sogenannte Allein-Spielstunde eingeführt werden. So bekommt das Kind einen eigenen Rhythmus in der es bei ruhiger Atmosphäre alleine spielen kann. Möchte es zu Beginn nicht alleine spielen, sollte es mit gemeinsamen Spielen langsam eingeführt werden. Später können die Eltern die Situation dann verlassen. Nach den Spielzeiten sollten natürlich Pausen eingelegt werden, da das Spielen die Kleinen anstrengen kann. Für Kinder unter einem Jahr reichen Spielzeiten für fünf bis zehn Minuten aus. Mit zunehmenden Alter können diese Zeiten langsam erhöht werden. Wichtig ist auch, dass die Eltern nur im Notfall eingreifen.

Keine hohen Erwartungen setzen

Eltern sollten von den Kindern zu Beginn nicht zu viel erwarten. Zur eigenständigen Beschäftigung beim Kleinkind zählt auch das Betrachten einer Stubenfliege an der Wand. Dabei stärt es seine Beobachtungsaufgabe und stärkt sein Selbstwertgefühlt. denn in diesem Moment tut das Kind etwas, ganz ohne Zuwendung der Eltern. Dabei kann sogar die Konzentrationsfähigkeit gestärkt werden, was sich auf die spätere Schulzeit positiv auswirken kann.

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