Einige Eltern kennen es: die anderen Kinder laufen pünktlich zu ihrem ersten Geburtstag, doch das eigene Kind erforscht die Welt noch immer auf allen Vieren. Viele versuchen dann, das Laufen lernen zu erzwingen und sind frustriert, wenn dies nach längerer Zeit noch immer keine Erfolge bringt.

Gehört ihr zu dieser Art von Eltern, solltet ihr euch erst einmal entspannen und aufhören, euch zu fragen, ob mit eurem Kind etwas nicht stimmt. So vielfältig die Natur ist, genauso unterschiedlich ist die Entwicklung unserer Babys. Es ist sehr entscheidend, dass ihr euer Vertrauen in euren kleinen Schatz legt und ihm Zeit lasst, die Fähigkeit des aufrechten Ganges selbst zu entdecken.

Wenn ein Baby anfängt, laufen zu lernen, kann es Wochen oder aber Monate dauern, bis es sich wirklich auf zwei Beinen fortbewegen kann – wenn auch meist noch sehr wackelig. Als erstes wird es sich an Möbeln, anderen Gegenständen oder den Beinen der Eltern hochziehen. Somit bauen sich wichtige Muskeln auf. Die Kinder müssen auch erst einmal spüren, dass sie die Fähigkeit lernen können, aufrecht zu stehen und zu gehen. Sie fühlen ihre Fußsohlen auf der Erde, dann die Federung ihrer Knie und schließlich schaffen sie es, ein Beinchen vor das andere zu setzen. Wenn ihr merkt, dass euer Kind laufen lernen möchte, führt es immer wieder vorsichtig an der Hand. Wenn es jedoch die Kraft in den Beinen verliert, so lasst es sich hinsetzen. Euer Kind wird von allein und ganz in seinem Tempo die benötigte Kraft entwickeln. Es empfiehlt sich, das Kind barfuß laufen zu lassen. So besteht keine Rutschgefahr durch störende Socken. Auch Schuhe sind in der ersten Phase eher hinderlich, denn mit ihnen ist es schwieriger, den Boden zu spüren und das Gefühl, sich auf ihm zu bewegen. Wenn es sehr kalt ist, sind Socken mit rutschfesten Sohlen am besten, die auch an den Knöcheln nicht gleich verrutschen. Schuhe werden erst benötigt, wenn das Kind draußen läuft und auch dann nur, wenn es kalt oder nass ist.

Ihr könnt auf spielerische Weise die Muskeln eures Kindes stärken, indem ihr so oft es geht, tobt und turnt – natürlich dem Alter des Säuglings entsprechend vorsichtig. Dagegen sind Lauflernhilfen, wie sie auf dem Markt angeboten werden, nicht zu empfehlen, sie können dem Kind sogar schaden.

Wenn euer Kind mit 20 Monaten noch nicht läuft, könnt ihr euren Kinderarzt zu Rate ziehen. Eventuell besteht dann der Verdacht auf eine Erkrankung und es ist Gymnastik oder Physiotherapie anzuwenden.